Filialspezifische Planogramme

Der nächste Schritt in der Planogramm-Evolution

Heutzutage ist es üblich, dass ein Händler nicht nur dafür sorgt, seine Filialen mit den benötigten Artikeln zu beliefern, sondern auch, Ihnen mitzuteilen, wie und wo diese Artikel in der Verkaufsstelle platziert werden sollen.

Um diese Informationen bereitstellen zu können, bedienen sich nahezu alle Händler einer Software, die Visualisierung, Aktualisierung und Verteilung der Platzierungsvorgaben effizient unterstützen.


Startet ein Händler mit der Aufgabe, seinen Filialen Planogramme zur Verfügung zu stellen, wird pro Warengruppe meist der „one size fits all“-Ansatz durchgeführt. Dabei wird das größte Sortiment im größten Regal einer Kategorie planogrammiert.

Diese Vorlage zeigt dann verbindliche Platzierungsregeln, die in jeder Filiale einzuhalten sind. Das umfasst vor allem eine, den Käufer-Entscheidungsbaum berücksichtigende Blockbildung, die Platzierungsreihenfolge der einzelnen Artikel innerhalb der Blöcke sowie Informationen zum Umgang mit regionalen Artikeln der Warengruppe.

Dieser erste Schritt verleiht der Zentrale die Kontrolle über eine optimierte Warenplatzierung und führt dazu, dass die Verkaufsregale in allen Filialen einen für den Kunden wiedererkennbaren Aufbau haben.

Der zweite Schritt führt zu der Erstellung von verschiedenen Cluster-Planogrammen pro Kategorie. Meist werden die Cluster nach Größen- oder regionalen Unterschieden erstellt. Jedes Cluster umfasst zunächst eine hohe Anzahl an Filialen. Mit der Zeit werden diese Cluster immer granularer und spezifischer.

Bei der Erstellung clusterspezifischer Planogramme können auch regionale Artikel berücksichtigt und verplant werden. Des Weiteren können – zumindest auf Clusterebene – die Kapazitäten der Artikel optimiert und so eine verbindlichere Angabe der benötigten Facings gemacht werden, was die Umsetzbarkeit in der Filiale stark erhöht.

Zu bedenken ist jedoch, dass die erstellten Planogramme immer nur auf der Basis der durchschnittlichen Performance aller Filialen dieses Clusters gebildet werden. Das hat zur Folge, dass es bei jeder einzelnen Verkaufsstelle zu Abweichungen kommt.

Die Granularität der Cluster kann den Ressourcen, die zur Verfügung stehen entsprechend verfeinert werden, so dass immer mehr Cluster immer weniger Filialen umfassen und die resultierenden Planogramme daher immer genauer werden.


Der nächste Schritt in der Evolution der Planogrammierung ist jedoch manuell kaum zu bewerkstelligen. Um ein Planogramm pro Filiale erzeugen zu können, benötigt ein Händler definitiv die Unterstützung einer Automatisierungs-Software.

Basierend auf voreingestellten Platzierungsregeln und Sortimenten, erstellt eine solche Software filialindividuelle Planogramme, gemäß den Performance- und Forecastdaten jeder einzelnen Filiale.

Erst an diesem Punkt können Planogramme 1:1 in der Filiale umgesetzt werden, weil Platzierung und optimale Kapazitäten der Artikel filialspezifisch berechnet werden.


Dementsprechend werden mit filialspezifischen Planogrammen wesentliche Verbesserungen erzielt. Der Umsatz wird im Vergleich zu Cluster-Planogrammen um bis zu 3% erhöht, Verderb und Abschriften dabei um bis zu 10% reduziert. Wegen einer verbesserten Verfügbarkeit der Artikel in jeder Verkaufsstelle, kommt es zu erheblich weniger Out Of Stock Situationen.

 

 
 

Eine Ausrichtung der Belieferung an den filialindividuell optimalen Beständen ist nun die logische Konsequenz, um den Bedarf an Lagerkapazitäten und Verräumung der gelieferten Artikel in der Filiale auf ein Minimum zu beschränken.

Erste Umsetzungen dieses Konzepts weisen eine Reduzierung der Liefervorgänge pro Artikel von mehr als 25% aus. Darüber hinaus wird auch die Gefahr von Falschplatzierungen im Regal, durch die optimale Anlieferung der Artikel erheblich verringert.



Michael Krebs
Senior Business Consultant at Wysupp

24 Mai 2021

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